Erstellung
einer CAD-Zeichnung für Metallbearbeitung auf der STEP-FOUR
Schon
bei der Erstellung einer CAD-Zeichnung, muß auf die Besonderheiten der
Metallbearbeitung mittels Hartmetall-Fräser (mit Durchmessern von 0.8 - 3 mm)
Bedacht genommen werden.
Wird
z.B. aus einer Metallplatte eine Fläche ausgeschnitten, kann es durchaus
sein, dass beim letzten Umlauf des Fräsers, das Teil aus
der
Platte gelöst wird, dabei den Fräser berührt, und der dann prompt
abgebrochen wird ! – auf die Dauer ein „teures“ Vergnügen
!
Ich beschäftige
mich nunmehr seit geraumer Zeit mit der Metallbearbeitung und möchte Ihnen
meine Erfahrungen – zu Ihrem Schutz – weitergeben !
Alle CAD-Programme
bieten die Möglichkeit auf verschiedenen EBENEN zu zeichnen d.h. Sie können
die LAYER auswählen und auch – für jeden Layer – unterschiedliche Farben
verwenden. Diesen Umstand machen wir uns hier zu Nutze !
Bedienungsanleitungen
sind meist für DEN geschrieben, der sie nicht braucht bzw. findet ein
Anfänger keine Antworten auf seine (berechtigten) Fragen. Dem soll hiermit
abgeholfen werden !
Ich will also versuchen Sie -
vom Start weg – in die Lage zu versetzen, maschinengerechte
Zeichnungen zu erstellen – die Sie vor Fräserbrüchen und Enttäuschungen
bewahren !
Einstellungen im CAD-Programm: (die Angaben beziehen sich auf das CAD-Programm
AUTOSKETCH-2)
Der Einfachheit halber
erstellen Sie Ihre Zeichnungen immer im Maßstab 1:1 !
Bevor Sie zu zeichnen beginnen,
legen Sie die Größe des Arbeitsblattes fest. Bei kleineren Bauteilen kommen
Sie wahrscheinlich mit A4 – Querformat aus – größere Teile werden A3 –
A2 verlangen. Wichtig ist, dass Sie dafür immer auch den Maßstab 1:1
vorgeben ! verfügt Ihr Drucker nur über A4-Format, sehen Sie auf dem
Bildschirm graue Linien im Hintergrund, welche die Aufteilung auf A4-Blätter
zeigen, wenn Sie als Arbeitsblatt z.B. A3 eingestellt haben ! Ihr Drucker
würde die Zeichnung auf mehreren Blättern ausdrucken !
Für die Ausgabe als *.dxf
Datei hat das aber keinen Einfluss !
Nehmen wir an, Sie wollen ein
Rechteck von 150 x 200 mm fräsen und aus diesem Rechteck soll ein Kreis von
50 mm Durchmesser herausgeschnitten
werden. Außerdem ein Quadrat von 25 x 25 mm.
Material: Messingblech 1 mm
Sie wählen den Layer1 und die
Schrift-,(Strich) Farbe schwarz.
Beginnen Sie bei (Punkt
eingeben) 1.Punkt: 10,10 2.Punkt: 10,160
Sie haben jetzt einen 150mm
langen Strich gezogen, 10 mm vom unteren Rand entfernt.
Nun ziehen wir die Striche
hinauf:
1.Punkt 10,10 – 2.Punkt
10,210
1.Punkt 160,10 -
2.Punkt 160,210
fehlt noch die obere
Verbindung: 1.Punkt 10,210 –
2.Punkt 160,210
wir haben jetzt ein
geschlossenes Rechteck 150x200 mm !
versuchen Sie nicht „freihändig“
zu zeichnen – nur exakte Punkteingaben ergeben eine exakte Zeichnung, welche
auch vom Fräsprogramm – fehlerfrei – verarbeitet werden kann !
Es
ist nicht notwendig die Zeichnung mit Maßlinien zu versehen, im Gegenteil Sie
finden die Linien im Fräsprogramm wieder auf dem Bildschirm und müssen sie
dort herauslöschen !
Nun können (auf gleiche Weise)
der Kreis und das Quadrat eingezeichnet werden !
Wählen Sie jetzt die Funktion
– ÄNDERN – BRECHEN aus !
Klicken Sie z.B. die obere
Linie an (zeigt sich jetzt strichliert) und geben Sie wieder 2 Punkte ein –
z.B. 1.Punkt: 100, 210 2.Punkt 103,210 – nach Betätigung der ENTER-Taste
ist der Strich wieder voll und es zeigt sich ein Spalt von 3 mm Länge !
Verfahren Sie auf gleiche Weise
mit den anderen 3 Außenlinien ! – es ist eine gute Idee sich die
Koordinaten auf einem Block zu notieren.
Sind alle Linien auf diese
Weise UNTERBROCHEN – wechseln wir auf LAYER2 und ändern die Farbe auf z.B.
ROT.
Jetzt verbinden wir die
unterbrochenen Linien wieder – allerdings mit (beidseitig) 1 mm Überstand
d.h. Sie zeichnen die Linie von 99,210 bis 104,210 (siehe oben !)
Verfahren Sie mit den
restlichen Linien in gleicher Weise !
Bei Kreisen haben sich bei mir
„Hilfslinien“ bewährt – ich zeichne 2 parallele Linien (2 senkrecht, 2
waagrecht) und BRECHE die äußere Kreislinie jeweils zwischen den Strichen.
Anschließend wird auf LAYER2 der Kreis in ROT komplett neu (darüber)
gezeichnet und jetzt so gebrochen, dass auch wieder ca. 1 mm links und rechts
der beiden Linien mehr stehen bleibt !
Legen Sie eine leere 3.5“
Diskette ein und exportieren Sie die Zeichnung als *.DXF Datei auf die
Diskette !
IMPORT
der Zeichnung in das STEP- FOUR – Fräsprogramm:
Starten Sie das Fräsprogramm
und gehen Sie zu IMPORT – es öffnet sich ein Auswahlmenue
- klicken Sie DXF-Import an
Ein weiteres Menue wird
geöffnet, wo Sie verschiedene Einstellungen vornehmen bzw.
kontrollieren sollen:
Skallierung X-Achse
soll 100 % sein
Skallierung Y-Achse
soll 100 % sein
1 Einheit =
1.000 mm
Abfrage „soll Zeichnung auf
den 0-Punkt gelegt werden ?“ kreuzen
Sie an – wird die Zeichnung in jedem Fall auf 0,0 geladen und angezeigt !
Kreuzen Sie nicht an – wird
(wie in unserem Fall) die Zeichnung auf die Koordinaten
10,10 geladen !
Nach kurzer Zeit sehen Sie Ihre
Zeichnung auf dem Bildschirm !
Ganz außen rechts sind 2
Farben aktiv – jede für einen Layer !
- wahrscheinlich decken sich die Farben NICHT
mit unseren Zeichenfarben (schwarz,rot)
EINSTELLUNG
DER FRÄSPARAMETER:
Jetzt
legen wir die Einstellungen bzw. die Reihenfolge der Fräsvorgänge fest !
Einige Parameter sagt uns der kluge Menschenverstand ! Wenn wir aus der
Fläche einen Kreis und ein Quadrat herausschneiden wollen, muß das geschehen
BEVOR die Fläche 150 x 200 mm aus der Blechplatte geschnitten wird !
- ebenso „sagen“ wir dem Programm welches Material mit welcher
Stärke bearbeitet wird und welchen Fräser wir dafür einsetzen wollen !
Wir
haben also jetzt die ganze Zeichnung auf dem Bildschirm – eingerahmt von
kleinen, grauen Quadraten.
Klicken
Sie jetzt am Bildschirm links oben das Quadrat mit den 4 grünen Eckpunkten an
! – anschließend auf GEOMETRIEBEARBEITUNG – dort sehen Sie eine Fläche
mit 3 verschiedenen geometrischen Figuren ! – gleichzeitig zeigt sich links
unten „Gruppierung aufheben“ – Sie haben das richtige Feld gefunden –
klicken Sie es an !
Die
grauen Quadrate rund um die Zeichnung sind jetzt verschwunden !
Am
rechten Bildschirmrand sehen Sie Quadrate mit Zahlen – jetzt sind 2 Nummern
aktiv (Fläche eingedrückt) und auch 2 Farben sind sichtbar – die beiden
Farben decken sich mit den 2 Farben unserer Zeichnung ! die beiden Zahlen und
Farben stehen wieder für unsere 2 Layer !
Wir
müssen jetzt die beiden inneren Figuren auf eigene Layer legen, damit wir sie
als erstes fräsen können ! – klicken Sie mit der linken Maustaste den
Kreis an bzw. ziehen Sie (bei
gedrückter Taste) ein „Gummiband“ um den Kreis – wieder erscheinen die
grauen Quadrate rund um das Objekt ! d.h. es wurde ausgewählt ! bei gedrückt
gehaltener STRG – Taste betätigen Sie nun die F1-Taste ! – mit jedem
drücken legen Sie den Kreis um eine Ebene nach „hinten“ – es ändert
sich dabei die Farbe des Kreises – entsprechend der Nummer und der Farbe am
rechten Bildschirmrand (siehe oben) verfahren Sie in gleicher Weise auch mit
unserem Quadrat und legen Sie es auf den gleichen LAYER !
Status:
1
Layer = Kreis + Quadrat
1
Layer = Umriß der Fläche 150 x 200 mm
1
Layer = die kurzen Striche (Verbindungen) der „gebrochenen“ Linien !
nächster
Schritt:
unter
FRÄSEINSTELLUNGEN wählen wir das Material – in unserem Fall Messingblech 1
mm – (sollte es bei Ihnen noch nicht vorhanden sein, unter NEU – neu
anlegen und mit o.k. übernehmen !)
nächster
Schritt:
festlegen
der Fräsreihenfolge – wir beginnen mit dem Kreis und dem Quadrat –
Materialstärke 1.25 – 1.50 mm, Frästiefe 1.25-1.50 mm, Zustellung 0.25 mm,
Vorschub 125 mm
dann
kommt die Fläche 150 x 250 mm – mit gleichen Werten !
zum
Schluß kommen die „kurzen“ Striche ! hier gehen wir auf Materialstärke
0.60 mm, Frästiefe 0.60 mm !
DER
EFFEKT: alle Teile werden voll durchgefräst – es bleiben nur die kurzen
Stege mit 0.40 mm Stärke stehen ! nach beendetem Fräsvorgang können die
Teile mit einem kleinen Seitenschneider oder kleiner Trennscheibe aus der
Platte entnommen werden !
Einen
Punkt habe ich übersprungen - DIE FESTLEGUNG DER KONTUREN - Sie haben die
Möglichkeit - für jede Linie getrennt - die Fräskontur festzulegen ! d.h. -
das Programm ist so klug, daß es nach der Festlegung des gewählten Fräsers
durch Sie - den "ABSTAND" zur Linie selbst berechnet ! d.h. - bei
AUSSENKONTUR - wird der Fräser soweit außen fahren, daß unser Bauteil exakt
150 x 200 mm groß sein wird ! - sinngemäß verwenden wir beim Ausschneiden
des Kreises und des Quadrates INNENKONTUR ! Die BOHRUNG von Löchern ist
ebenfalls möglich ! (bedenken Sie aber, daß ein 1.20 mm Fräser KEIN 3 mm
Loch BOHREN kann ! - wohl aber kann er es - mit INNENKONTUR fräsen !)
Gewöhnen
Sie sich an - im Simulationsmodus - die Konturen zu kontrollieren ! - bei
engem Objektabstand kann es sein, daß einzelne Linien die falsche Kontur
zeigen ! Abhilfe: diese Linien nochmals anklicken und die Kontur von INNEN auf
AUSSEN oder umgekehrt ändern ! tun Sie das nicht, bekommen Sie eine STUFE in
Ihr Bauteil !
ACHTUNG
! – Metalle können nur bei entsprechender Kühlung des Fräsers bearbeitet
werden !
Wie
heißt es in der IKEA-Werbung ? "Entdecken Sie
die Möglichkeiten " - zu diesem Zweck können Sie sich 1
Datei herunterladen und eigene Versuche starten. Wenn Sie eine STEP-FOUR
besitzen, sende ich Ihnen (per E-Mail) auch gerne eine *.smf - Datei ! - der
DOWNLOAD funktioniert leider nicht !
Begriffserklärung:
Der
Referenzpunkt:
- ist der Punkt von dem aus alle Positionen (Fräser, Material) berechnet
werden. Haben Sie Ihre Maschine mit
Referenzschaltern gekauft (können auch nachgerüstet werden)
fährt der Fräskopf auf die Positionen: X = 0, Y = 320, Z = 70 - die
Endpunkte werden durch Micro-Schalter abgefragt und an die Steuer-Elektronik
gemeldet ! (Soll-Ist Vergleich) Dieser Vorgang dient zugleich der
"mechanischen" Kontrolle der Referenzpunkte. Sollten Sie mit dem
Fräskopf - während der Arbeit - ein Hindernis angefahren haben (z.B. eine
Spannschiene) und der Fräser konnte seinen Weg nicht ordnungsgemäß
fortsetzen, verliert die Steuerung "Schritte" und Ihr Bauteil wird
eine "unerwartete Form" bekommen ! (Sie können auch die Meldung:
"Ihr Fräskopf hat die Y-Achse (X-Achse) überfahren" erhalten ! -
in solchen Fällen ESC-Taste drücken, damit Arbeit abbrechen und
Referenzpunkt neu einstellen (lassen) - danach Fräsvorgang wieder fortsetzen
- jetzt wird Ihr Bauteil wieder in der gewünschten Form fertiggestellt !
Haben
Sie keine Referenzschalter:
Um die volle Kapazität der Maschine nützen zu können,
wird man diesen Punkt auf "0,0" legen ! d.h. der Fräskopf fährt
auf der X-ACHSE (Längsachse) auf seinen (mechanischen) linken Anschlagpunkt.
Das gilt auch für die Y-ACHSE (Querachse) linker, unterer
Anschlagpunkt. (X = 0, Y = 0). max. mögliche Wege: X = 0 - 540, Y 0 - 320
Auf
Wunsch können diese Punkte auch selbst geändert werden ! z.B auf 10,10 oder
20,20. Alle Koordinaten-Berechnungen gehen dann von den gewählten Punkten aus
und beim Kommando "Fahre Referenzpunkt" wird der Fräskopf auf 0,0 -
10,10 oder 20,20 fahren ! - diese Vorgaben müssen bei der
Maschinen-Grundeinstellung (eigenes Menue) eingegeben und gespeichert werden !
Beim Laden einer *.DXF-Datei kommt die Abfrage "in Nullpunkt legen
?" - wird das Feld angekreuzt erfolgt - je nach Einstellung - das Laden
der Zeichnung auf 0,0 - 10,10 oder 20,20 !
Die
3. Achse der Maschine ist die Z-Achse.
Das ist auch die "teuerste" Achse, weil hier
jeder (Gedanken-) fehler unweigerlich einen Fräser kostet !
Bei vorhandenen Referenzschaltern können Sie diese
Erklärung überspringen ! - andernfalls: entfernen Sie den Fräser aus
Ihrer Antriebsspindel !
fahren
Sie (mit REFERENZPUNKT SETZEN) auf X=0(10,20), Y=0(10,20). Dann bewegen Sie
die Z-Achse auf den "unteren mechanischen Anschlag".
Sind
alle Positionen richtig angezeigt - die Felder ankreuzen ! die Zahlen springen
auf die aktuellen Zahlen und werden gespeichert !
Der
Nullpunkt:
Der Nullpunkt ist die Berechnungsgrundlage der
Elektronik für alle 3 Achsen - VOR Beginn der Fräsarbeit ! WICHTIGSTER
PUNKT: Die Maschine erhält von Ihnen die Information über die
Material-Position und die Material-Oberfläche (Höhe). Haben Sie z.B. eine 4
mm Sperrholzplatte zu bearbeiten und Diese zwischen den Spannschienen
befestigt (so, daß auf 0,0 mit dem Fräsen begonnen werden kann !) - ist
eigentlich nur die Z-Achse einzustellen ! also: Z-Achse in oberste Position
fahren (Z=70) - gewünschten Fräser einspannen und auf die
MATERIAL-OBERFLÄCHE (langsam) positionieren ! am Bildschirm - oben rechts -
können Sie die jeweilige Position (Höhe) des Fräsers kontrollieren ! bevor
der Fräser die Materialoberfläche berührt - legen Sie ein Stück dünnes
Papier auf das Material ! senken Sie den Fräser so lange, bis das Papier
gerade noch herausgezogen werden kann !
jetzt
haben Sie den Z-Nullpunkt erreicht ! - mit o.k. speichern ! Die
Elektronik "merkt" sich diese Höhenposition für die Bearbeitung
Ihres Werkstücks !
Sollte
Ihnen bei der Arbeit ein Fräser brechen und Sie müssen ihn tauschen, ist die
Einstellung des Null-Punktes der Z-Achse erneut notwendig !
Wie
Sie an anderer Stelle meiner HP sehen können, bearbeite ich hauptsächlich
Metall - auf meinem Alu-Aufspanntisch ist die Material-Position meist
vorgegeben ! wie erreiche ich, daß die Maschine "weiß" wo mein
Material eingespannt ist ? - hier kommt die GEOMETRIE-Funktion VERSCHIEBEN zum
Einsatz ! grob gesprochen "schiebe" ich die Zeichnung am
Bildschirm auf die Position meines Werkstücks ! mein 10 mm Raster erleichtert
mir diese Einstellung - man kann dazu aber auch ein Maßband verwenden, um die
"groben" Maße zu finden ! zur Kontrolle fahre ich den Fräskopf auf
eine "Eckposition" meiner Zeichnung ! die Feinjustierung geschieht
dann wieder durch VERSCHIEBEN DER ZEICHNUNG - so lange bis der Fräser exakt
positioniert wird ! -
Ich
arbeite mit der PROFI-VERSION der Software + allen lieferbaren
Bearbeitungsmoduln - habe daher keinen Vergleich, was evtl. in Ihrer
Software-Version fehlen könnte - im Zweifelsfall bitte mit
STEP-FOUR
Kontakt aufnehmen !
Achtung ! obige Erklärungen beziehen sich ALLE auf die VERSION 3 ! seit Dezember 2002 ist die neue Version 4 der STEP-FOUR Frässoftware lieferbar ! - viele neue Funktionen sind neu integriert, welche die Einstellungsvielfalt weiter erhöhen bzw. bisher noch nicht zur Wahl standen !
Herr Schneeberger hat ein STEP-FOUR - Anwender-Forum eingerichtet, welches als gegenseitige Unterstützung der "USER" fungiert. Sie erreichen es unter diesem LINK !